Einer für Alle und Alle für Einen

Wie d’Artagnan zu Musketieren, so stehe ich zur Jugendarbeit und habe nun die Kinder der Nachbarschaft zu einer Bande vereint. Die Ziele sind Gott näher zu kommen, Zusammenhalt zu stärken und Ängste zu besiegen. Einer hatte Angst vor Tieren, also gingen wir auf den Bauernhof, die Höhenangst überwindeten wir, als wir auf Dächer kletterten, und noch tief in der Nacht beim Lagerfeuer fürchtete sich auch keiner mehr vor Dunkelheit.

So etwas wie Pfadfinder-, Messdiener- und Jugendgruppen sind hier in Mthatha vor vielen Jahren verschüttgegangen. Um mit neuer Kraft etwas aufzubauen, nutze ich Spenden um aus einem verlassenen Schuppen ein kleines Jugendzentrum zu errichten.

Ich bin gespannt wie schnell die Gruppe wächst und halte euch auf dem Laufenden!

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Elementary

It’s time for you to look inward, and begin asking yourself the big questions:
who are you? and what do you want?

(Iroh from Avatar: The Last Airbender)

Travelling is an important time for me to take some distance to my home, surroundings and daily routine. And some distance to myself, to see how do I want to design my life. Which time in my life is the one I enjoy? The vacations? The freetime after my job? My job itself? In the end what we do for living is the living itself, so I want to be careful with me, choosing the one occupation that satisfies me completely.

And so far, if I look from far enough into my life, but deep enough into my heart, I see it is nothing with structured times, a strict schedule. It has to be something free, changeable, daily new and with young folks.

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My work here costs me energy, but as soon as I’m done, I go to the kids in the neighbourhood and play with them, speak about god and life and teach them. That gives me energy.

It is not being a teacher in a school, I tried that here in South Africa for some time, it is more like a hiking preacher. I want to travel without money into the towns to do work for god, and I don’t need food or clothes, because he provides me. For me freedom is to choose my way. And happiness, if I choose good.

Back in Business

Was ich hier eigentlich mache:

Mit der Erwartung auf ein Kinderheim, einer Gruppe Jugendlicher, startete ich meine Reise. Aber so wichtig wie Tradition ist, so war es auch schon immer Tradition, das sich etwas ändert. Und das macht das Leben zum Abenteuer, zu sehen wohin es einen führt.

In eine Behindertenwerkstatt.
Seit 6 Monaten (was schon so viel??), ja ihr habt ja Recht, seit 189 Tagen, arbeite ich in einem Komplex für über 18-Jährige bildungsschwache oder körperlich eingeschränkte Lehrlinge. Ich stehe also morgens/nachts um 8 Uhr auf und gehe zum Morgengebet.
(Und dann arbeitest du mit den Behinderten in der Werkstatt?)
Nein, dann mache ich Reha-Training mit zwei alten Frauen.
(Und dann unterhältst du dich mit denen über ihre spannende Vergangenheit?)
Nein, dann mach ich Frühstück.
(Für die Behinderten?)
Nein, für mich. Und ein paar Schwestern. Danach gehe ich dann ins Büro und beantworte Emails.
Dann gibt es Mittagessen, danach gebe ich Unterricht.
(In einer Schule?)
Nein, für 7 Lehrlinge hier, die lernen möchten wie man einen Computer benutzt.
Danach gibt es dann ein Mal pro Woche eine Stunde Bibelteilen.
(Und dann arbeitest du mit den Lehrlingen in den Werkstätten?)
Nein, das war’s.

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Die Lehrlinge

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Mein Zimmer

Ich bin also gegen 4 Uhr fertig. Dann treffe ich mich mit Freunden, spiele Fußball, Brettspiele oder gebe Nachhilfe.

Noch viel mehr erfahrt ihr auf der offiziellen Webseite.

Lebenszeichen Afrika

Ich bin ja nicht umsonst von der Organisation Lebenszeichen hierhin gekommen, deshalb mal der neueste Stand in Schlagzeilen:

Urlaub in Durban
Strand, Schnorcheln, Segway und heiße Sonne

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Botanischer Garten erweckt meinen inneren Tarzan

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Gewittertourismus im Ozeancafe

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Theologischer Abstecher nach Nazareth

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Haar für Horst
(kleiner Wortwitz für Vogelfreunde)

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Ostern
dann natürlich mit selbstgemachten Osterfeuer.

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Orden
Spontaner Einzug in einen Bruderorden für eine Woche mit Morgenmessen (eher Nachtmessen) um halb 7 und viel Gebet.

Sensationelles Theaterstück
Eine indische Kindergruppe führt Jesus‘ Lebensgeschichte auf.

Regisseur: allgemein bekannt.

(ich möchte mich jetzt nicht selber loben, aber das Theaterstück konnte schon mit „Endgame“ mithalten).

 

Liebe Grüße vom Teilzeit Afrikaner

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Der Körper ist schwach, doch der Geist ist stark.

Ich habe seit 38 Stunden nichts gegessen. Ich denke, dass ich mich jetzt endgültig in Afrika eingelebt habe.

39 Stunden zuvor:

Ich liege draußen auf dem Boden und es regnet in Strömen. Unter einem kleinen Vordach meditiere ich im Liegen. Die starken Kopfschmerzen vom Tag zuvor sind fast vollständig verschwunden. Ein indischer Vater hält mich erst für einen Haufen Wäsche, bis er mich erkennt und zum Abendessen einlädt. Es gibt leckere Lasagne, danach lege ich mich zuhause hin. Ich träume von Mühlrädern, in meinem Bauch und werde beim Aufstehen fast bewusstlos. Um zwei Uhr nachts rufe ich den Krankenwagen an. Man fragt mich erstmal nach Adresse, Alter, Telefonnummer, Anzahl und dann erfahre ich, dass der Krankenwagen 40 Minuten braucht. Sharon weckt also eben benannten Vater und wir fahren ins Krankenhaus. Dort angekommen kann ich kaum noch laufen. Endlich bekomme ich nach einiger Zeit eine Infusion und Schmerzmittel. Die Kopfschmerzen bleiben ungelindert stark. Ich schlafe nicht. Am nächsten Tag informiert mich der Doktor um 10 Uhr, dass ich heute eine Ultraschalluntersuchung habe. Der Ultraschall-Doktor kommt aber erst 7 Stunden später. In der Zwischenzeit darf ich nichts essen und meine Kopfschmerzen wachsen. Nach einer halben Stunde wird sich sehr schnell für eine Operation entschieden.

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18 Uhr, zwei indische Familien sitzen im Wartezimmer und warten.

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Der Jüngste weint. Nach einer Stunde werde ich aus der Vollnarkose wach und zurück in mein Zimmer gefahren. Meine Kopfschmerzen verschwinden, dafür kann ich meine Beine nicht bewegen. Mein Bauch schmerzt unbeschreiblich. Ich bleibe die Nacht ohne Schlaf und ohne Essen. Am nächsten Morgen kommt der Doktor, mit der Nachricht, dass ich wieder Essen darf, und 2 Schwestern und 9 Inder zu Besuch.

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Für heute begnüge ich mich mit einem halben Fruchtyoghurt. Ich mache meine erste Rundreise zur 5 Meter entfernten Toilette. Neben meinem Vorsatz mich vorläufig von Geld zu trennen, habe ich mich gestern schon vorläufig von meinem Blinddarm getrennt. Das ist jetzt mein zweiter Krankenhausaufenthalt. Aber ihr könnt für mich beten, dass nicht alle guten Dinge drei sind.
Liebe Grüße von mir beim Laufen lernen.

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Roadtrip 1.0

Wir haben kurz vor Weihnachten einen Roadtrip zur Mutterstadt Kapstadt gestartet. Die Adventszeit mit kuscheligen warmen Wohnzimmern im Kerzenschein, Adventskränze vor leuchtsternbeschienen Fensterbänken und starren Schneemännern zwischen lichterkettenbehangenen Tannen gibt es hier nicht. An sich macht sich hier der Advent kaum bemerkbar. Im Alltag versteckt sich an der ein oder anderen Laterne ein sonnenbeschienener Nikolaus, ansonsten nichts. Weihnachten habe ich mit Sharon, meinen Großeltern und deren südafrikanischen Freunden mit einem viergängigen Grillfest gefeiert.

 

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Wir saßen drinnen vor einem festlich geschmückten Baum und draußen war es heiß. Danach sind wir in die Weihnachtsmette. Ich als Zeremoniar neben dem Priester, die Gemeinde begrüßt uns mit Applaus.

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Zwei Tage darauf stellte ich mich am Flughafen in eine Reihe von Taxifahrern, ebenso bewaffnet mit zwei Namensschildern, um (wirklich erfolgreich!) meine Eltern zu überraschen. Sie besuchten meine Großeltern und brachten Geschenke von meinen treuen Freunden aus der Waldsiedlung mit. Das hat in meinem ziemlich warmen Aufenthalt mein Herz noch zusätzlich erwärmt. Das folgende gemeinsame Silvesterfest wurde nicht begleitet von Raketen aufgrund der großen Trockenheit, aber von einem kristallklar leuchtenden Sternenhimmel.

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Roadtrip 2.0

Gestern habe ich einen Löwen gesehen, er war zwar ziemlich weit weg, aber sein Maul war weit aufgerissen. Zwischen ihm und mir war nur Luft. Dann war da noch ein Elefant und ein Ufo. Eine andere Wolke sah aus wie ein Flugsaurier. Dann sind Sharon und ich von der Wiese aufgestanden und weitergefahren.